Nicht alle Städte haben einen ‚Prominentenfriedhof’. In Berlin zum Beispiel ist es der Dorotheenstädtische Friedhof, in Bonn der sog. ‚Alte Friedhof’.
Der Kölner Prominentenfriedhof verdankt seine Gründung einem Napoleonischen Dekret von 1804. Mit ihm wurde – primär aus hygienischen Gründen – bestimmt, dass alle innerstädtischen Friedhöfe geschlossen würden. Köln lebte damals immer noch innerhalb seiner mittelalterlichen Stadtmauer. Statt der bisherigen Kirchhöfe sei außerhalb der Stadt ein Zentralfriedhof anzulegen. .
Das war ein ungeheurer Kulturbruch; bildeten doch die alten Friedhöfe mit der jeweiligen Pfarrkirche, in der man zumeist mit den Familienangehörigen getauft, getraut und ausgesegnet wurde, über Generationen eine vertraute Einheit. Ein im Zuge der Säkularisation kommunalisierter Zentralfriedhof zerriss diese Bindung der Begräbniskultur an die Kirche.
Seit 1810 wurden also die Kölner Bürger auf dem Friedhof Melaten beigesetzt, zunächst nur die Katholiken, da Juden und Protestanten ohnehin vor der Stadt beerdigt werden mussten.
Auf Melaten finden wir die Grabstätten des um die Stadt in vielfältiger Hinsicht verdienstvollen Ferdinand Franz Wallraf, des Zeitungsverlegers Markus DuMont, des aus Italien zugezogenen Parfumeurs Johann Maria Farina, vieler Bankiers, wie etwa Salomon Oppenheim oder Wilhelm Ludwig Deichmann, Mitbegründer der Deutschen Bank; wir finden die Grabstätten von Erfindern, wie Nikolaus August Otto oder Eugen Langen, dem Konstrukteur der Wuppertaler Schwebebahn, von bedeutenden Unternehmern, von Schauspielern, verdienstvollen Oberbürgermeistern der Stadt, der großzügigen Stifterin Laura von Oelbermann und natürlich, zu Köln gehörend, die Gräber vieler „Karnevalisten“
Jahreszeitlich – im aufbrechenden Frühjahr, im Sommer, im sich verfärbenden Herbst –.bietet dieser Friedhof Melaten die unterschiedlichsten malerischen Eindrücke. Die zweihundertjährige Friedhofskultur in Verbindung mit der wechselnden Natur hat ihren eigenen Reiz. Aber sie lässt auch Stadtgeschichte und Familiengeschichte lebendig werden und zeigt auch den Wandel von einer zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch eindeutig christlich geprägten Todesvorstellung zu einer modernen Erinnerungskultur: den Wandel vom „Gottesacker“ in Verbindung mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten zur Erinnerungsstätte für bedeutende Bürger der Stadt bis hin zum privaten, intimen Gedächtnis am Einzelgrab der uns werten Verstorbenen.
Als Ferdinand Franz Wallraff zu Beginn des 19. Jahrhunderts die inzwischen mehrfach erweiterte Friedhofsanlage konzipierte, dachte er auch an einen Ort, der Schönheit mit Besinnung verbindet.
Eine empfehlenswerte Einführung bietet:
Detlef Rick: Melaten. Gräber erzählen Sradtgeschichte.- Köln: Emons 2006.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Fragen Sie nach unserer Führung „Melaten – Schönheit, Besinnung und Prominenz“. Gerne stellen wir eine Führung ganz nach Ihren Wünschen zusammen.
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Keine andere deutsche Stadt hat ein solches Ensemble von romanischen Kirchen wie Köln. Den „Kranz der romanischen Kirchen“ bilden die zwölf auf uns gekommenen ehemaligen Stifts- und Klosterkirchen der mittelalterlichen „Sancta Colonia“. Durchweg von fürstlichen Stiftern für adlige Stiftsdamen und Stiftsherren initiiert, sind sie baugeschichtlich entsprechend qualitätsvoll und vielfach innovativ. Von der reichen Innenausstattung, insbesondere von den Fresken, blieb allerdings wenig erhalten.
Ihre Errichtung reicht vom 11. Jahrhundert, der Zeit der salischen Kaiser, bis zum Ende der Stauferzeit im hohen Mittelalter. Es ist die Zeit des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, und der Stil, der sich jetzt repräsentativ durchsetzte, ist der allerdings erst im 19. Jahrhundert so bezeichnete „romanische Stil“. Mit dem „Imperium Romanum“ wurde auch architektonisch der römische Baustil – mit Rundbogen, Gewölbe, Apsis und Kuppel – Bezugspunkt.
Allerdings wurden diese romanischen Kirchen nicht in einem Zug erbaut, vielfach noch nicht einmal als Ganzes geplant. Generationen veränderten, vergrößerten, verschönerten mit dem sich wandelnden Stil und Bedürfnis sowohl den Baukörper, dem gegebenenfalls Seitenschiffe, Kapellen und Türme hinzugefügt wurden, als auch das Innere. Bis 1247 währte diese Epoche. Die Stiftskirche St. Kunibert mit ihrem einzigartigen Glasfensterzyklus ist die letztgeweihte der romanischen Kirchen Kölns. 1248, mit der Grundsteinlegung zum Dom, zog die Gotik in die Stadt ein.
Aufgrund ihrer Reliquienschätze waren diese Kirchen natürlich auch Zielpunkt zahlreicher Pilger. Zudem bewegten sich im Mittelalter oft mehrstündige Prozessionen von einer Kirche zur anderen. Am eindrucksvollsten war der Leichenzug für Ebf. Anno II. Sein Leichnam wurde, bevor er die Stadt verließ und über St. Heribert in Deutz nach Siegburg weitergeleitet wurde, in einer achttägigen Prozession in allen großen Kirchen, zuletzt im damaligen romanischen Dom, aufgebahrt.
Jede dieser großartigen Kirchen verdient eine eigene Betrachtung. Falls Sie Interesse an einer dieser Führungen haben, sollten Sie etwas Muße mitbringen.
Mit dem Konzept „Rund um St. Andreas“ usw. (siehe unter Stadtführungen) möchte ich Ihnen, bevor wir zu einer nicht zu überladenen Innenbesichtigung der betreffenden Kirche übergehen, zugleich das jeweils sehr verschiedene historische Umfeld in den Blick rücken: hier ein antiker Memorialbau für Märtyrer, dort die triumphale Überbauung eines heidnischen Tempels, bei einem anderen Bau ganz praktisch die Nutzung antiker Fundamente; Gegebenheiten, die u. U. nicht nur in die bauliche, sondern auch in die Liturgie eingingen.- Dauer: jeweils 1 bis 1 ½ Stunde.
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