Der Stadtstreicher – Köln-Patriot & Stadtführer Dr. Helmut Meyer

Der Kölner Friedhof Melaten

24. November 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Nicht alle Städte haben einen ‚Prominentenfriedhof’. In Berlin zum Beispiel ist es der Dorotheenstädtische Friedhof, in Bonn der sog. ‚Alte Friedhof’.

Der Kölner Prominentenfriedhof verdankt seine Gründung einem Napoleonischen Dekret von 1804. Mit ihm wurde – primär aus hygienischen Gründen – bestimmt, dass alle innerstädtischen Friedhöfe geschlossen würden. Köln lebte damals immer noch innerhalb seiner mittelalterlichen Stadtmauer. Statt der bisherigen Kirchhöfe sei außerhalb der Stadt ein Zentralfriedhof anzulegen. .

Das war ein ungeheurer Kulturbruch; bildeten doch die alten Friedhöfe mit der jeweiligen Pfarrkirche, in der man zumeist mit den Familienangehörigen getauft, getraut und ausgesegnet wurde, über Generationen eine vertraute Einheit. Ein im Zuge der Säkularisation kommunalisierter Zentralfriedhof zerriss diese Bindung der Begräbniskultur an die Kirche.
Seit 1810 wurden also die Kölner Bürger auf dem Friedhof Melaten beigesetzt, zunächst nur die Katholiken, da Juden und Protestanten ohnehin vor der Stadt beerdigt werden mussten.

Auf Melaten finden wir die Grabstätten des um die Stadt in vielfältiger Hinsicht verdienstvollen Ferdinand Franz Wallraf, des Zeitungsverlegers Markus DuMont, des aus Italien zugezogenen Parfumeurs Johann Maria Farina, vieler Bankiers, wie etwa Salomon Oppenheim oder Wilhelm Ludwig Deichmann, Mitbegründer der Deutschen Bank; wir finden die Grabstätten von Erfindern, wie Nikolaus August Otto oder Eugen Langen, dem Konstrukteur der Wuppertaler Schwebebahn, von bedeutenden Unternehmern, von Schauspielern, verdienstvollen Oberbürgermeistern der Stadt, der großzügigen Stifterin Laura von Oelbermann und natürlich, zu Köln gehörend, die Gräber vieler „Karnevalisten“

Jahreszeitlich – im aufbrechenden Frühjahr, im Sommer, im sich verfärbenden Herbst –.bietet dieser Friedhof Melaten die unterschiedlichsten malerischen Eindrücke. Die zweihundertjährige Friedhofskultur in Verbindung mit der wechselnden Natur hat ihren eigenen Reiz. Aber sie lässt auch Stadtgeschichte und Familiengeschichte lebendig werden und zeigt auch den Wandel von einer zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch eindeutig christlich geprägten Todesvorstellung zu einer modernen Erinnerungskultur: den Wandel vom „Gottesacker“ in Verbindung mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten zur Erinnerungsstätte für bedeutende Bürger der Stadt bis hin zum privaten, intimen Gedächtnis am Einzelgrab der uns werten Verstorbenen.

Als Ferdinand Franz Wallraff zu Beginn des 19. Jahrhunderts die inzwischen mehrfach erweiterte Friedhofsanlage konzipierte, dachte er auch an einen Ort, der Schönheit mit Besinnung verbindet.

Eine empfehlenswerte Einführung bietet:
Detlef Rick: Melaten. Gräber erzählen Sradtgeschichte.- Köln: Emons 2006.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Fragen Sie nach unserer Führung “Melaten – Schönheit, Besinnung und Prominenz”. Gerne stellen wir eine Führung ganz nach Ihren Wünschen zusammen.

Mehr Infos unter www.stadtstreicher-stadtfuehrungen.de

Stadtstreicher Stadtführungen – Interessante Stadtführungen in Köln

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Der Kranz der romanischen Kirchen Kölns

24. November 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Keine andere deutsche Stadt hat ein solches Ensemble von romanischen Kirchen wie Köln. Den „Kranz der romanischen Kirchen“ bilden die zwölf auf uns gekommenen ehemaligen Stifts- und Klosterkirchen der mittelalterlichen „Sancta Colonia“. Durchweg von fürstlichen Stiftern für adlige Stiftsdamen und Stiftsherren initiiert, sind sie baugeschichtlich entsprechend qualitätsvoll und vielfach innovativ. Von der reichen Innenausstattung, insbesondere von den Fresken, blieb allerdings wenig erhalten.

Ihre Errichtung reicht vom 11. Jahrhundert, der Zeit der salischen Kaiser, bis zum Ende der Stauferzeit im hohen Mittelalter. Es ist die Zeit des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, und der Stil, der sich jetzt repräsentativ durchsetzte, ist der allerdings erst im 19. Jahrhundert so bezeichnete „romanische Stil“. Mit dem „Imperium Romanum“ wurde auch architektonisch der römische Baustil – mit Rundbogen, Gewölbe, Apsis und Kuppel – Bezugspunkt.

Allerdings wurden diese romanischen Kirchen nicht in einem Zug erbaut, vielfach noch nicht einmal als Ganzes geplant. Generationen veränderten, vergrößerten, verschönerten mit dem sich wandelnden Stil und Bedürfnis sowohl den Baukörper, dem gegebenenfalls Seitenschiffe, Kapellen und Türme hinzugefügt wurden, als auch das Innere. Bis 1247 währte diese Epoche. Die Stiftskirche St. Kunibert mit ihrem einzigartigen Glasfensterzyklus ist die letztgeweihte der romanischen Kirchen Kölns. 1248, mit der Grundsteinlegung zum Dom, zog die Gotik in die Stadt ein.

Aufgrund ihrer Reliquienschätze waren diese Kirchen natürlich auch Zielpunkt zahlreicher Pilger. Zudem bewegten sich im Mittelalter oft mehrstündige Prozessionen von einer Kirche zur anderen. Am eindrucksvollsten war der Leichenzug für Ebf. Anno II. Sein Leichnam wurde, bevor er die Stadt verließ und über St. Heribert in Deutz nach Siegburg weitergeleitet wurde, in einer achttägigen Prozession in allen großen Kirchen, zuletzt im damaligen romanischen Dom, aufgebahrt.

Jede dieser großartigen Kirchen verdient eine eigene Betrachtung. Falls Sie Interesse an einer dieser Führungen haben, sollten Sie etwas Muße mitbringen.
Mit dem Konzept „Rund um St. Andreas“ usw. (siehe unter Stadtführungen) möchte ich Ihnen, bevor wir zu einer nicht zu überladenen Innenbesichtigung der betreffenden Kirche übergehen, zugleich das jeweils sehr verschiedene historische Umfeld in den Blick rücken: hier ein antiker Memorialbau für Märtyrer, dort die triumphale Überbauung eines heidnischen Tempels, bei einem anderen Bau ganz praktisch die Nutzung antiker Fundamente; Gegebenheiten, die u. U. nicht nur in die bauliche, sondern auch in die Liturgie eingingen.- Dauer: jeweils 1 bis 1 ½ Stunde.

Mehr Infos zu unseren Stadtführungen finden Sie unter www.stadtstreicher-stadtfuehrungen.de

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Kölns Top Ten – Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss

24. August 2008 · 1 Kommentar

  1. Der kölner Dom – Eine Königskathedrale im französischen Stil; beherbergt den Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige und den Altar der Stadtpatrone von Stefan Lochner. (reingehen)
  2. Das Prätorium – Die Ruinen des  römischen Statthalterpalastes aus dem 1. – 4. Jahrhundert für die Provinz Niedergermanien. (reingehen)
  3. Das historische Rathaus mit dem Ratsturm – Das erste deutsche Rathaus einer deutschen Bürgergemeinde auf ihrem Weg zur Selbstregierung. (ansehen)
  4. Haus Eau de Cologne von Johann Maria Farina – Die Duft-Kreation des Italieners machte Köln im 18. Jahrhundert zur europäischen Stadt des Parfums. ( Das heute bekanntere 4711 ist sein berühmtestes Plagiat.) (kurz reingehen)
  5. St. Maria im Kapitol – Eine der bedeutendsten zwölf Stiftskirchen Kölns; erbaut auf den Grundmauern des römischen kapitolinischen Tempels für Jupiter, Juno, Minerva. (reingehen)
  6. Gaststätte Malzmühle – Ausschank des Mühlen-Kölsch; Sie sind jetzt ohnehin durstig, und  was dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton gut genug war, ist auch Ihnen angemessen. (reingehen. „Köbes, ein Kölsch!“ rufen)
  7. Rheinpromenade – Der Rhein war die Grundlage, die Köln im Mittelalter zur größten und reichsten Stadt Deutschlands werden ließ. (hinsetzen oder auf die Wiese legen; darüber nachdenken)
  8. Treppe neben dem Museum Ludwig – Ist neben dem großartigen Museum Ludwig selbst großartig und bietet einen großartigen Blick auf den 1322 geweihten Domchor. (hochgehen und hochsehen; nicht stolpern)
  9. Hohenzollernbrücke – Wie alles, was die Preußen den Kölnern vermachte, höchst ambivalent; seit der Brücke Kaiser Konstantins (310) die erste moderne, belastbare und repräsentative  Rheinbrücke bei Köln. (über den südlichen Fußgängersteg nach Deutz gehen; ca. 400 m)
  10. Triangel-Turm – Problematischer Büroturm; ließ befürchten, dass wegen der Beeinträchtigung des Stadtbilds durch ihn die UNESCO dem Dom den Status des Weltkulturerbes aberkennen würde. Bietet aber die großartigste Aussicht auf das großartige Kölner Stadtpanorama.  (mit Lift hochfahren. Gucken! Gucken! Gucken! Kamera zücken!)

(Kürzer geht’s leider nicht. Denn wer würde Ihnen sonst noch abnehmen, dass Sie wirklich in Köln gewesen sind.)

Auf http://www.KoelnPatriot.de gibt es Stadtführungen für klein und groß. Schauen Sie doch mal vorbei! Ganz gleich, ob Sie mit Freunden als Tourist die Stadt erkunden, Ihrer Schüler- oder Studentengruppe etwas Besonderes bieten oder mal einen ganz anderen Betriebsausflug erleben möchten – Stadtstreicher hat bestimmt etwas für Sie dabei. Nicht zuletzt auch für Lokalpatrioten, die ihr Wissen um die Stadt im Gespräch vertiefen wollen; im Grunde für alle, die sich in einer Gruppe neugierig der Erinnerung und Horizonterweiterung hingeben wollen.

>> Erfahren Sie mehr über mein Angebot an interessanten Stadtführungen in Köln.

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„Drink doch eine met …“ Ein kühles Kölsch – ein Genuss besonderer Art

22. August 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Altertümliche Kölsch-Reklame

Altertümliche Kölsch-Reklame

Kommen Sie aus Bayern, so werden Sie über unser Kölsch lästern: „Bier aus Reagenzgläsern!“ Wir kennen diese Lästersprüche. (Klar, die zylindrische 0,2-Stange sieht man nicht auf dem rüden Oktoberfest.) „Limonade!“ (Natürlich ist unser Kölsch mit 4,8 – 5,2 % Alkoholgehalt kein Starkbier wie der Andechser Doppelbock.) Unser Kölsch ist eben ein Bier urbaner Geselligkeit, und das „Drink doch eine met“ der Bläck Fööss signalisiert  nicht Besäufnis einer Clique, sondern dass auch jeder auswärtige Gast, selbst wenn sein Portemonnaie mal leer sein sollte, sich hier in einer Runde schnell zu Hause fühlen kann.
Für die Römer war das germanische Met-Getränk – eine Art Vorläufer des Biers – allerdings, im Vergleich mit dem Wein, den sie vom Süden zu uns brachten, das „Getränk der Barbaren“. Bier und Wein rangieren auch heute noch nebeneinander – wie könnte es im Rheinland, wo sich Wein auf Rhein reimt, anders sein? –, und zwar, wie durch die Jahrhunderte, noch immer mit einer bestimmten Höherrangigkeit des Weins.
Aber das Bier hat, vom mittelalterlichen Gruit- oder Kräuterbier und dem späteren Keutebier über die Verwendung des Hopfens bis heute mächtig aufgeholt. (Übrigens: Das bayrische Reinheitsgebot datiert von 1516, das Kölner bereits von 1412.) Als man dann um 1980 in Bonn und Trier aber ebenfalls ein Kölsch zu brauen wagte, kam es zu einer Herkunftsklage, die 1985 zur Kölsch-Konvention führte. Kölsch darf fortan nur genannt werden, was in Köln und seit eh in der näheren Umgebung gebraut wird. Die Bezeichnung Kölsch, verbunden mit bestimmten Qualitätsstandards, genießt seitdem einen regionalen Markenschutz, der auch in die EU-Gesetzgebung einging.
Aber was ist nun, bei aller Vielfalt der Marken, das „Kölsch“ an sich? Zunächst ist es,   ursprünglich regional-klimatisch bedingt, ein obergäriges Bier; dazu ist es  hell (gegenüber dem dunklen Düsseldorfer Alt); und es ist ein hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes, also klar filtriertes Vollbier. Wenn nun der Köbes die schön gekühlte, obligatorische Stange  aus seinem Kranz nimmt und vor Sie auf den Deckel oder Bierfilz setzt – der erste Schluck ist immer der beste.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl der Kölsch-Brauereien kontinuierlich geschrumpft. Doch neben knapp zwei Dutzend selbständigen Großbrauereien, die sich in der Kölsch-Konvention zusammenschlossen – voran Reisdorf, Gaffel und Früh, gefolgt von Sion, Päffgen, Sünner, Gilden, Mühlenkölsch  u.a. – gibt es immer noch bzw. immer wieder kleinere Hausbrauereien, oft nur dem Kölner im Veedel bekannt. Und – jedes Kölsch hat sein eigenes Gesicht, seinen eigenen Charakter.
Testen Sie es selbst auf einer Brauhauswanderung, auf der normalerweise drei Gaststätten besucht werden. Aber wählen Sie als Zeitpunkt möglichst nicht gerade den Freitag- oder Samstagabend. Und vielleicht sind Sie sogar bereit, statt der dann überlaufenen Altstadt
500 m weiter nach Norden auszuweichen, in das Eigelstein-Viertel, wo auch die – leider nicht zu besichtigende – Gaffel-Brauerei zu Hause ist und wo vielleicht im 12. Jahrhundert auch die erste Kölner gewerbliche Brauerei eröffnet wurde, nur wenige Jahre nach dem Eintreffen der Gebeine der Heiligen Drei Könige in Köln.
Touristen sind durstig, aber die Pilger waren es auch schon.

Ihr Stadtstreicher
Dr. Helmut Meyer
www.koelnpatriot.de

“Jetz kütt alles op et Tapeet.”

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2 ½ Tage in Köln: ein Einstieg – aber wie? Zugleich ein Überblick

22. August 2008 · 1 Kommentar

Schön, dass Sie sich ein Wochenende für Köln nehmen. Und wenn Sie zum ersten Mal Köln besuchen, sollte der Kurzurlaub schon von Freitagmittag bis Sonntagabend reichen.
Zwar ist Köln von seiner mittelalterlichen Stellung als größte deutsche Stadt heute auf Platz vier zurückgefallen, nach Berlin, Hamburg und München. Aber die zeitliche Tiefendimension über mehr als zweitausend Jahre bringt keine dieser Städte mit, bei allem, was sie bieten.

Köln in abendlicher Stimmung

Köln in abendlicher Stimmung

Wie können Sie nun sinnvoll ein solches Wochenende füllen? Der Dom, diese großartige Kathedrale, soll irgendwann mit Muße „durchwandert“ werden. Doch bedenken Sie: Der Dom ist kein Museum, und so kann man sich in ihm auch nur außerhalb des Früh-, Mittags- und Abendgottesdienstes bewegen. Allerdings ist auch der Besuch der Sonntagsmesse ein besonderes Erlebnis. Doch ich möchte Ihnen empfehlen, die Innenbesichtigung nicht an den Anfang zu stellen, sondern den Bau vor diesem Besuch erst mehrmals von allen Seiten und zu unterschiedlichen Tageszeiten anzusehen: die beeindruckende Westfassade, vom Roncalli-Platz aus das abendlich beleuchtete Südportal, und  – unbedingt im Aufstieg von der Rheinpromenade über die wunderbare Treppe neben dem Museum Ludwig  –  den Chor, der bereits 1322 geweiht wurde.

Doch zunächst sollten Sie noch etwas  Praktisches erledigen. Bei der Zimmersuche wenden Sie sich an KölnTourismus, direkt gegenüber dem Haupteingang des Doms. Dort erhalten Sie auch, wenn Sie wünschen, eine WelcomeCard, die Ihnen gegen eine einmalige Kaufgebühr vielfältige Ermäßigungen gewährt. Denken Sie während Ihres Aufenthalts an mehrere Museumsbesuche, so gibt es in den Museen eine MuseumsCard zu äußerst günstigem Preis, nochmals ermäßigt für Familien, mit einer Gültigkeit für zwei Tage – Sie sollten diese deshalb erst ab Samstag benutzen –, die Ihnen zusätzlich auch noch die freie Fahrt mit Bahn und Bus im Stadtgebiet gestattet. Fragen Sie bei Köln Tourismus auch nach weiteren Vergünstigungen, insbesondere für Familien mit Kindern.

Anschrift:

KölnTourismus:GmbH
Unter Fettenhennen 19
50667 Köln
Tel.: +49(0)221-221 223 32 oder 236 54
www.koelntourismus.de

Freitagnachmittag und -abend

Sie könnten am Freitagnachmittag mit einem Blick auf die viereinhalb Jahrhunderte des römischen Köln beginnen. Ich schlage demgegenüber vor, zunächst einen generellen Überblick über die abwechslungsreiche Stadtgeschichte zu suchen. Vielleicht finden Sie in dieser Hinsicht etwas Einschlägiges in den Angeboten der verschiedenen Stadtführungsagenturen. Prospekte liegen aus bei KölnTourismus. Ich selbst biete zu bestimmten Terminen eine entsprechende Führung über die Agentur Inside Cologne an, für geschlossene Gruppen auch privat zu Wunschterminen: Von Agrippina bis Zeppelin, gewissermaßen eine Art Zeitreise von der römischen Zeit bis in unsere Gegenwart.
Am anschließenden Abend könnten Sie eine Kölsche Gaststätte besuchen; direkt im Anschluss an meine Führung etwa das urige Päffgen in der Friesenstraße, wo Sie nicht nur Touristen antreffen, oder – in der Altstadt – eines meiner Lieblingslokale: das Gaffelhaus am Altermarkt. Studieren Sie die kölsche Fooderkaat; vielleicht sind Sie auch neugierig auf etwas Ungewohntes.

Köln bei Nacht - Ein wunderschöner Blick auf den kölner Dom.

Köln bei Nacht - Ein wunderschöner Blick auf den kölner Dom.

 

Samstagvormittag

Während der Preußenzeit lesen Sie auf Poststempeln und Ansichtskarten oft „Coeln a. Rhein“. Ein Kölln bei Berlin war den Preußen vertrauter, und so musste durch die amtlich auferlegte Schreibung mit „C“ unterschieden werden.
Köln und der Rhein bildeten immer schon eine Einheit; eben am Rhein gründeten die Römer Köln, und wenn man Köln besucht, sollte man auch immer wieder den Rhein in den Blick nehmen. Er lässt sich an Länge zwar nicht mit dem Nil, dem Jangtse oder der Wolga vergleichen, ist aber immerhin als Deutschlands größter inländischer Strom die Kölner Lebensader und verbindet die ehemalige Hansestadt  nicht nur mit Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz, sondern vor allem mit den Niederlanden und England, eben mit dem Meer.
Deswegen ein etwas ungewöhnlicher Vorschlag für den Samstagmorgen: Lösen Sie sich im Hauptbahnhof eine Fahrkarte nach Köln-Deutz. Zwar nur eine kurze Fahrt über die Hohenzollernbrücke, aber sie lernen auf diese Weise den Bahnhof, den größten Verkehrsknotenpunkt in Westdeutschland, kennen, den täglich über 1000 Züge passieren. Seit 2000 findet man in seinen Colonaden an die 70 Geschäfte, Cafés und Restaurants.
Ein rechtsrheinisches Köln gibt es übrigens erst seit den Eingemeindungen von 1888. Zuvor war Deutz, nachdem Köln seinen Erzbischöfen das Herrschaftsrecht über die Stadt strittig gemacht hatte, als – zum Kurfürstentum Köln gehörend – Feindesland, und Alt-Kölner haben bis heute eine Aversion gegen die „schäl Sick“, trotz günstigerer Mietpreise, der Nähe zum Naherholungsgebiet und aller Bemühungen der Stadtverwaltung, diese mentale Grenze durch Attraktionen zu überwinden.
Die Deutzer Seite ist durch die sinnvoll am Rhein gelegene Köln Messe bestimmt. Ihre Anlage verdankt Köln, wie so vieles andere, der sechszehnjährigen Amtszeit Konrad Adenauers als Oberbürgermeister, von 1917 bis 1933, als er von den Nazis abgesetzt wurde. Aber das nur nebenbei. Sie steigen am Deutzer Bahnhof aus. Von hier fuhren die Transporte der KZ-Häftlinge  aus dem Sammellager auf der Messe  1942 – 1944 in die Vernichtungslager. Heute verläuft hier die rechtsrheinische ICE-Strecke.
Wenn das Wetter schön ist, können Sie jetzt zunächst auf der Deutzer Seite einen halbstündigen Spaziergang an den alten Messegebäuden entlang bis in den Rheinpark machen. Kommen Sie dem Rhein nahe, so riechen Sie vielleicht schon das Meer. Im Winter besuchen uns ohnehin die Möwen. Vor dem Stadtzentrum ist der Rhein heute durch seine Kanalisierung sehr eng geführt, aber von Deutz aus nach Norden weitet er sich wieder.
Sie kommen zurück zur Hohenzollernbrücke, und seit 2005 haben Sie jetzt die Chance,
vom Triangel-Turm aus Köln von oben zu sehen. Zuvor stieg man auf den südlichen Domturm. Das können Sie auch heute noch. Aber der Triangel-Turm bietet Ihnen demgegenüber direkt mehrere Vorteile. Bei der Dombesteigung versperrt Ihnen der Nordturm den Blick auf die Nordstadt. Dazu sehen Sie von dort aus vom Dom selbst nur die Dächer  Und nicht unerheblich: Sie müssen im Triangel-Turm nicht erst 509 enge Stufen hochsteigen, sondern werden für 3.- €  die  536 Stufen per Lift hochgefahren; sie erhalten sich somit Ihre Energie für den Nachmittag. Vom Triangel-Turm sehen Sie also jetzt das ganze, großartige Stadtpanorama, das morgens nicht im Gegenlicht liegt, sondern u. U. von der Sonne im Osten angestrahlt wird. Von hier oben können Sie jetzt wunderbare Aufnahmen machen.–
Den Rückweg nehmen Sie zu Fuß entweder über den südlichen Fußgängersteig der Hohenzollernbrücke oder, besser, über die Deutzer Brücke. Gehen Sie an der Rheinpromenade entlang, so finden Sie hinter der kleinen Kirche Alt-St. Heribert die Reste zweier Festungstürme des Castrum Divitensium, das Konstantin d. Gr. mit dem Bau der ersten festen Rheinbrücke 310 anlegen ließ. Von der Rheinterrasse und der Brücke können Sie nochmals in der langsamen Annäherung das Rheinpanorama genießen.
Wieder auf der „echten“ Kölner Seite angelangt, bleibt Ihnen nun bis zur Mittagszeit die Gelegenheit, ein wenig durch die Altstadt zu bummeln, im Sünner im Walfisch in der Salzgasse einen Imbiss zu sich zu nehmen, vom Altermarkt zum Rathausplatz hochzusteigen, wo Sie nicht nur den Ort des Prätoriums, des römischen Statthalterpalastes, betreten, sondern auch die Geburtsstätte des  Eau de Cologne von Johann Maria Farina finden. (In der Tat war Köln im 18. Jahrhundert die europäische Stadt des Parfüms.) Oder Sie denken etwa später, beim Passieren des Gürzenich,  auch schon an ein Mittagessen in der Malzmühle. Als Bill Clinton 1999 Köln besuchte, wollte er hier, an der Südseite des Neumarkts, eine Kölsche Gaststätte kennen lernen.
Zuvor aber sollten Sie  noch zwei Stops ganz in der Nähe einlegen, die bei Standard-Stadtführungen – wenn Sie eine solche am Nachmittag buchen sollten -  sehr selten berücksichtigt werden: das romanische Overstolzenhaus der mächtigsten Kölner „Patrizier“-Familie in der Rheingasse, und sodann die Kirche St. Maria im Kapitol, eine höchst bedeutsame romanische Stiftskirche, die, wie der Name anzeigt, auf den Fundamenten des Kapitolinischen Tempels für Jupiter, Juno und Minerva, des Haupttempels der Römerstadt, errichtet wurde.

 

Samstagnachmittag

Ich hoffe, dass Sie mit Ihrem Mittagessen in der Malzmühle zufrieden waren. Was nun am Nachmittag? Wo liegen Ihre Interessen? Lieben Sie Museumsbesuche, dann bietet Ihnen Köln eine ganze Palette von Möglichkeiten: Sie reicht vom Römisch-Germanischen Museum über das Kölnische Stadtmuseum, das Wallraf-Richartz-Museum mit den mittelalterlichen Altären über Rembrandt und Rubens bis zu Monet und Cezanne, das Museum Ludwig mit der Kunst ab 1900. Hier finden Sie also die Expressionisten, Picasso, vor allem eine große Sammlung der amerikanischen Pop Art. Dann gibt es noch das Kolumba Diözesan-Museum (darüber sollte man nicht die Domschatzkammer und das Schnütgen-Museum vergessen), sodann das zwar kleine, aber sehr schöne Museum für Ostasiatische Kunst, ferner das Museum für Angewandte Kunst  und, als ein kleines Museum mit jedoch interessanten Wechselausstellungen, das Käthe-Kollwitz-Museum. Zudem ist Köln auch immer noch eine Stadt mit -zig Galerien. 
Etwas ganz anderes bieten das Imhoff Schokoladen-Museum, das Deutsche Sport- und Olympia-Museum, das zurzeit wegen Umzugs nicht geöffnete Rautenstrauch-Joest- oder Völkerkunde-Museum, und natürlich auch das Karnevals-Museum. Bedenken Sie, dass Museen am Wochenende oft erst um 11 Uhr öffnen und um 17 Uhr schließen, dazu montags – außer dem Diözesan-Museum – durchweg geschlossen sind.
Aber vielleicht heben Sie sich die Museumsbesuche für Ihren nächsten Besuch auf – und dann auch nur zwei oder drei –, und ebenso die Innenbesichtigung der einzigartigen romanischen Kirchen Kölns, der Sancta Colonia.
 

Die kölner Altstadt

Die kölner Altstadt

Haben Sie nicht ein solches spezielles Museums-Interesse, so empfehle ich Ihnen eine zweite Stadtführung. Auch im Alleingang kann man vieles entdecken; eine gute Stadtführung vermittelt Ihnen jedoch konzentriert und kompetent – je nach Thema – das Wichtigste.
Stadtführungen bewegen sich allerdings durchweg nur in der engeren Altstadt, also zwischen Dom, Rathaus und dem Rhein. Das ist in der Tat ein Mini-Köln, selbst gegenüber der mittelalterlichen Stadt. Aber auch solche Führungen können ihren Sinn haben. Geschichtlich orientiert sind Führungen, die sich auf das römische oder das mittelalterliche Köln beziehen: Sie kombinieren zumeist eine Führung durch die Stadt mit einem Museumsbesuch, etwa mit dem Prätorium oder mit dem Stadtmuseum. Andere Führungen rücken die reiche Kölner Sagenwelt in den Vordergrund – ob als Domgeschichten oder Schauermärchen –, andere wiederum die Alltagswelt früherer Zeiten – etwa Köln aus Straßennamen oder das mittelalterliche Gerichtswesen bis hin zu den Hexenprozessen –, wiederum andere mehr die nicht leicht zu definierende Kölner Mentalität, als „Typisch Kölsch“. Bei der Vielfalt der Angebote –etwa bei Inside Cologne, für welche Agentur auch ich arbeite –  ist eine Empfehlung schwer. Aber das römische Köln würde ich auf keinen Fall auslassen.

Nehmen Sie sich aber auf alle Fälle Zeit, selbst Wege zu gehen, die normalerweise nicht bei Führungen begangen werden: Am Gürzenich vorbei, zu einem der drei noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttore, eventuell vom Heumarkt entlang den Resten der römischen Südmauer im Blick auf die Südstadt zu St. Georg und St. Pantaleon, zur Ulrepforte und der gegenüberliegenden restlichen mittelalterlichen Stadtmauer mit dem eingebauten Monument zur Erinnerung an die Abwehr eines nächtlichen Überfalls auf die Stadt. Wenn Sie schon hier gelandet sind, sollten Sie auch einen Blick in die Kartause werfen, und vielleicht gehen Sie von hier aus auch weiter bis zum Severinstor und zur Kirche St. Severin. Und nicht weit entfernt sehen Sie am Rhein die neuen, luxuriösen Kranhäuser am Rheinauhafen. Rheinabwärts, entlang der Rheinpromenade, landen Sie bei St. Maria Lyskichen wieder am Heumarkt. Damit hätten Sie einen ersten Einblick in die Südstadt gewonnen.

Aber wichtiger war im Mittelalter die Nordstadt, in der ich wohne, das sog. Niederich-Viertel. Zwischen Dom und Eigelsteintor, mit St. Ursula, St. Kunibert und dem bedeutenden Dominikanerkonvent, an dem Albertus Magnus lehrte, Thomas v. Aquin etliche Jahre lebte und Meister Eckhart predigte. Die großartige Kirche St. Mariae Himmelfahrt erbauten erst im Zuge der Gegenreformation die Jesuiten. Heute wird dieses Viertel in seiner Reduktion  meist als Eigelstein-Viertel bezeichnet; durch fehlende oder verfehlte Stadtplanung ist es sehr zerstört, aber dennoch Kölns buntestes Viertel, in dem sich neben den Deutschen auch Italiener, Türken, Perser, Chinesen und andere, u .U schon in der dritten Generation, zu Hause fühlen. Über meine Eigelstein-Führung bei Inside Cologne oder – wenn als Gruppe, auch privat zu Ihrem gewünschten Termin – gebe ich Ihnen gern einen Einblick in dieses multikulturelle Leben.

Bedenken Sie auch, dass der Samstag der letzte Tag der Woche ist, an dem Sie noch die Shopping-Meile Kölns besuchen können: die sehr degenerierte Hohe Straße und vor allem die Schildergasse, die meist besuchte Einkaufsstraße Deutschlands. Einen Eindruck vom Kaufhof an der Kreuzung Hohe Straße / Schildergasse sollte man gewinnen, und vom obersten Parkgeschoss haben Sie einen näheren Blick aus der Höhe auf das Gewimmel unten. Etwas weiter steht jetzt neben der mittelalterlichen Antoniterkirche, in der der Engel von Ernst Barlach hängt, der moderne Peek & Cloppenburg-Bau von Renzo Piano, und wenn Sie den Weg bis zum Neumarkt nehmen, sehen Sie auch schon die romanische Kirche St. Aposteln. Am Neumarkt selbst sind die Neumarkt-Passage, der Olivandenhof und die Neumarkt-Galerie sehenswert.
Biegen Sie neben St. Aposteln rechts ab, durch die Gertruden- oder die Apostelnstraße, so stoßen Sie auf die Breitestraße mit dem Lokal Bieresel – in den Monaten mir „r“ das Lokal für Muschelgerichte  – und, in westlicher Verlängerung, auf die Ehrenstraße, ebenfalls zwei interessante Einkaufsstraßen.
Waren Ihre Beine bei St. Aposteln noch nicht zu müde, so empfehle ich Ihnen allerdings den Weg durch die Mittel- oder die Hahnenstraße bis zum Hahnentor, dem bedeutendsten der ursprünglich zwölf Stadttore, durch das die Könige oder Kaiser nach einer Krönung in Aachen zum Dom und 1794 auch die Franzosen in die Stadt einzogen. Von hier lohnt sich ein Bummel rechts über den Ring, das Terrain, hinter dem sich früher die mittelalterliche Stadtmauer erhob, bis zum Gereonshof, von dort durch das ehemalige Gerling-Viertel zu St. Gereon, der rangmäßig bedeutendsten Kirche nach dem Dom. Werfen Sie hier einen Blick auf das Innere mit der grandiosen Kuppel. Und von St.  Gereon aus sehen Sie auch schon wieder den Dom.

Jeder dieser Wege nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch.

Sonntag

Wie immer Sie sich am Samstag entschieden haben: Sie werden von meinen Vorschlägen manches auf heute verschieben, manche fallen gelassen haben, vor allem, wenn Sie am Samstagnachmittag noch die sonntags ziemlich trostlosen Geschäftsstraßen besucht haben.
Sie könne auch etwas die Zeit raffen, indem Sie eine Stadtrundfahrt per Bus buchen.
Diese bieten sich an als Einstieg der Stadterkundung, aber auch – meines Erachtens sinnvoller –, indem Sie Ihre bisherige Erfahrung jetzt in einen größeren Zusammenhang gerückt bekommen. Bus-Führungen werden im Allgemeinen zweisprachig, in Deutsch und Englisch, durchgeführt. Treffen Sie auf eine ausschließlich deutschsprachige Bus-Führung, haben Sie natürlich mehr Informationen. Für solche soliden Überblicke bieten sich die Fahrten von KölnTourismus an. Seit einigen Jahren gibt es auch einige Anbieter, die entsprechend dem Prinzip hop on, hop off erlauben, an bestimmten Haltestellen aus- und zu  späterer Zeit an einer anderen wieder einzusteigen. Das Ticket gilt hier für den ganzen Tag. Man kann auf diese Weise nach eigenem Wunsch bestimmte innerstädtische Stadtteile, Museen oder auch den Zoo mit der Flora erkunden. Wenn Sie am Sonntagvormittag einen Blick in den Dom werfen wollen, vielleicht etwas für den Nachmittag.

Etwas geruhsamer ist – zumal bei Hitze, Schwüle oder Regen – eine Rundfahrt mit einem Boot auf dem Rhein.  Sie können sich  nochmals – jetzt vom Wasser aus – an dem Stadtpanorama von Mülheim bis Rodenkirchen erfreuen.

Sie sehen: Die Palette ist groß und bunt; nach dem Motto: „Jedem Dierche sing Pläsierche.“ Ein Wochenende in Köln ist schnell vorbei. Nach diesem ersten Überblick werden Sie wissen, was Sie bei einem zweiten Besuch angehen wollen. Vielleicht kommen Sie wieder. Doch behalten Sie Köln in guter Erinnerung.

Abschließend möchte ich Ihnen jedoch noch einige Titel als vorbereitende oder begleitende Lektüre empfehlen, die sich bewährt haben; natürlich in subjektiver Auswahl. Sie finden diese Titel und auch weitere bei KölnTourismus angeboten:

 

Allgemein:

Detlev Arens: Köln, mit Drachenfels, Brühl, Zons, Altenberger Dom. 4., aktualisierte Aufl. 2008 (Dumont Reise Taschenbücher)

Köln in seinen Sagen:

Yvonne Plum: Kölner Sagen und Geschichten. 3. Aufl. 2004.

Yvonne Plum: Geister, Teufel, arme Seelen. Das gruselige Köln zu Fuß.

 

Zum Dom:

Arnold Wolf: Der Dom zu Köln. 5., überarbeitete Aufl. 2008.

 

Sollte ich mit diesem kleinen Wochenendtrip-Planer Ihr Interesse geweckt haben, würde ich mich über Ihren Besuch auf meiner offiziellen Homepage freuen. Auf www.koelnpatriot.de biete ich eine Reihe an interessanten Stadtführungen an, bei denen sicherlich auch für Sie etwas spannendes dabei ist.

Mit den Wünschen zu einem schönen Wochenende in Köln,

Ihr
Stadtstreicher, Dr. Helmut Meyer
alias KoelnPatriot, live vom Eigelstein in Köln.
“Wä mich nit kennt, dä kennt Kölle nit”

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NIKOLAUS AUGUST OTTO (1832 – 1891)

1. August 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Nikolaus August Otto - Erfinder des Viertaktmotors

Nikolaus August Otto - Erfinder des Viertaktmotors

Heute suchen wir nach Alternativen zum Verbrennungsmotor, der seit den 80er Jahren des 19. Jh.s, und immer noch mit Zuwachs, weltweit die Straßen beherrscht. Doch die Keimzelle dieser genialen Erfindung lag im Kölner Eigelstein-Viertel, in der Nähe der alten Römerstraße, (an der ich wohne.)
Neben Wind- und Wasserkraft und den Anfängen des Elektromotors, die aber standortgebunden waren, und der zwar mobilen Dampfmaschine, die jedoch – ob Schiff oder Eisenbahn – den gleichzeitigen Kohletransport erforderte, war die Erfindung des modernen Verbrennungsmotors revolutionär. Dabei war seine Entwicklung weitgehend die Tat eines Autodidakten

Nikolaus August Otto, aufgewachsen in einem Taunus-Dörfchen, absolvierte nach der Realschule eine kaufmännische Lehre und kam, gerade 21jährig, nach Köln. Aber neben seiner Arbeit als Handlungsreisender gehörte seine Leidenschaft der Entwicklung von Motoren; zunächst, ab 1862, in einer kleinen Werkstatt am Gereonswall, an der alten Stadtmauer. Da war es ein Glücksfall, dass der etwa gleich alte Ingenieur Eugen Langen (1833 – 1895), Sohn eines der Kölner „Zuckerbarone“, auf ihn aufmerksam wurde und seine Begabung erkannte. Mit väterlichem Investitionskapital stellte Eugen Langen das Bemühen Ottos auf eine solide Geschäftsbasis, indem beide 1864 in der Servasgasse, neben der väterlichen Zuckerfabrik und nahe dem Rhein, die erste Motorenfabrik der Welt, die „N.A. Otto & Cie., gründeten. Ihr sog. „atmosphärischer Motor“, der auf der Erfindung eines allerdings unwirtschaftlichen Gasmotors des Franzosen Jean Joseph Etienne Lenoir basierte, wurde 1867 auf der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet und konnte theoretisch ein Jahr später schon in die Serienproduktion gehen. Dennoch kam es wegen fehlender Käufer zum Konkurs der Firma. Langen übernahm die Schulden von Otto und gründete mit ihm1872 in dem damals noch außerstädtischen Deutz mit Fremdkapital die „Gasmotorenfabrik Deutz“. Zur Sicherung der Produktion wurden Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach engagiert. Unter Daimlers Leitung expandierte die Firma, bis sie in den 30er Jahren des 20. Jh.s durch Fusionen in den weltbekannten Konzern Klöckner-Humboldt-Deutz AG, die heutige Deutz AG, einging.
Rastlos um die Weiterentwicklung seiner Erfindung bemüht, konnte Otto 1876 mit dem nach ihm benannten Viertaktmotor, dem „Otto-Motor“ aufwarten: der „bedeutendsten und folgenreichsten Erfindung des modernen Maschinenbaus. Vier Takte, die die Welt veränderten: Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausstoßen. Besonders Kölsch war übrigens der erste Einsatz des Motors in einer Mülheimer Kölsch-Brauerei.“ (Werner Jung: Das neuzeitliche Köln. 2004, S. 193)
Die Entwicklung zum Fahrzeug-Benzin-Motor betrieben in den 80er Jahren allerdings Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach selbständig, die sich 1882 von Otto getrennt hatten und jetzt den Otto-Motor vielfältig für Kraftfahrzeuge, Motorboote und Luftschiffe zu nutzen suchten und somit die reichsten Früchte von Ottos Erfindung ernteten
Eine herausragende Bedeutung für die Autoindustrie gewann Köln übrigens durch die Ansiedlung der Ford-Werke in der Weimarer Republik, unter seinem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer.

Im Rahmen seiner vielseitigen Tätigkeit als Unternehmer in der Zuckerindustrie, in die er neue Produktionsmethoden einführte, im Bankwesen, in einer Elektrizitätsgesellschaft blieb die Zusammenarbeit zwischen Langen und Otto begrenzt. Aber als Ingenieur lag auch ihm das Erfinden im Blut. Unter anderem verdanken wir ihm nicht nur die Zuckerwürfel auf unserem Kaffeetisch, sondern auch die Konzeption der – allerdings erst nach seinem Tod eröffneten und schon mit Elektrizität betriebenen – Wuppertaler Schwebebahn.

Die späteren Lebensjahre von Otto waren dagegen überschattet von zermürbenden Prozessen um seine Patentrechte, um deren Sicherung er sich nicht hinreichend bemüht hatte. Auch der Tod dreier Kinder trug zu seinem frühen Tod bei.
Er und seine Frau wurden, wie auch Eugen Langen, auf dem Friedhof Melaten beigesetzt. Als 1935 das Nutzungsrecht für die Gruft ablief, veranlasste die Humboldt-Deutz-Motoren AG die Umbettung in das heutige Ehrengrab, auf dem ein Gedenkstein an Nikolaus Otto und seine Frau Anna erinnert. (30.07.2008 )

Ich könnte Ihnen noch Stundenlang von Erfolgsstories in Köln, dem Eigelstein-Viertel, und auch über den Melaten Friedhof erzählen, auf dem heute eine Vielzahl an interessanten und berühmten Persönlichkeiten ‚wohnen’. Wenn ich also Ihr Interesse geweckt habe und Sie Lust auf mehr spannende Geschichten aus Köln haben, schauen Sie doch einfach mal auf meiner offizielle Webseite für Stadtführungen in Köln vorbei, unter www.koelnpatriot.de. Ich bin sicher, dass dort auch für Sie eine passende Führung dabei ist; ob für Sie privat, einen Betriebsausflug, oder einfach eine Gruppe von Freunden.

Ihr Stadtstreicher und Köln-Patriot, Dr. Helmut Meyer
“Jedem Dierche sing Pläsierche”

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Kölle am Rhing – he bin ich jebore, jehür ich hin

11. Juli 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Die Miensche he am Rhing – mem Hätz voll Sunnesching – hät d`r Herrjott fein parat jemaht
uns kölsche Eijenart, han mer uns lang bewahrt – ne schlechte Dach wet einfach fottjelaht
alles hätt sing Zick – et kütt su wie et kütt – mer fiere wat et zo fiere jitt
un muß du fott von he, dann det dat richtig wieh – Kölle nemms du im Hätze met

Wenn Sie einen kleinen Appetizer geniessen wollen, der Ihnen noch mehr Lust auf einen Besuch in Köln macht, dann dürfen Sie diesen Video-Clip nicht verpassen:

» Imagefilm Köln (Quelle: KStA)

Der Link öffnet in einem neuen Fenster.

 

Ihr Stadtstreicher, Dr. Helmut Meyer
“Leever rich un jesund als ärm un krank.”

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Die Gedichtfassung der kölner Heinzelmännchen von A. Kopisch aus dem 19. Jh

9. Juli 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Ein Folge-Beitrag auf meine Heinzelmännchen-Erzählung vom 26. Juni.

Die schöne Gedichtfassung (Ballade) von 1836 des Malers und Dichters August Kopisch (1799–1853):

Wie war zu Cölln es doch vordem,
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul:…. man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man’s gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten
Und rupften
Und zupften
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten…..
Und eh ein Faulpelz noch erwacht,…
War all sein Tagewerk….. bereits gemacht!

Wie ich finde, eine sehr gelungene Version der Heinzelmännchen und mit Sicherheit eine der schönsten.

Ihr Stadtstreicher, Dr. Helmut Meyer
“Wer lang schläf, dä schläf sich wärm, wer fröh opsteit, dä friss sich ärm.”

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Das Köln der Römer

9. Juli 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

Die Geschichte Kölns ist eng verbunden mit der der Römer. Aber: bereits vor dem Eintreffen der römischen Besatzungstruppen lebten am Rhein verschiedene Volksstämme. Zunächst die Kelten, dann der kulturell hoch entwickelte Germanenstamm der Ubier.

Dieser schloss mit den römischen Besatzern ein Friedens- und Handelsabkommen und siedelte von der rechten auf die linke Rheinseite um. Die neu entstandene “Stadt der Ubier” (Oppidum Ubiorum, ca. 38 v. Chr.) wurde nicht nur als zentrale Siedlung des Stammes der Ubier angelegt. Sie sollte als politisches, administratives und kultisches Zentrum der neuen Provinz Germanien dienen und wurde strukturell und baulich nach römischem Vorbild errichtet.

Auf Wunsch der Agrippina, Gattin des Kaiser Augustus, wurde der Siedlung im Jahre 50 n. Chr. das römische Stadtrecht verliehen. Und ein neuer Name: “Colonia Claudia Ara Agrippinensium” (abgekürzt CCAA, “Kolonie des Claudius und Standort des Altars der Agrippinenser”).

Die Spuren der Römer sind nach wie vor im Stadtbild präsent; Stadtmauern, Wasserleitungen, große Stadttore, Kunstschätze und auch Straßen existieren bis heute.

Tipp: Über das Köln der Römerzeit informiert das Römisch-Germanischen Museum direkt neben dem Dom! In meinen folgenden Führungen erfahren Sie mehr über die Römer:

Colonia Claudia Ara Agripinensium (CCAA) – Auf den Spuren der römischen urbs” (mit Besuch des Prätoriums)

Was ließen uns die Römer zurück? – Relikte – Wissen – Perspektiven

Buchen können Sie unter www.koelnpatriot.de, der offiziellen Homepage des Stadtstreichers. Dat jitt et för ene Appel un e Ei.

Ihr Dr. Helmut Meyer
“Wä mich nit kennt, dä kennt Kölle nit”

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Stadtstreicher-Stadtfuehrungen.de – Die neue Internet-Seite vom “Stadtstreicher” Dr. Helmut Meyer aus Köln

2. Juli 2008 · Hinterlasse einen Kommentar

www.stadtstreicher-stadtfuehrungen.de – Der Stadtstreicher aus Köln in neuem Glanz.

Von nun an können Sie mich auf meiner neuen Homepage unter www.stadtstreicher-stadtfuehrungen.de besuchen und gleich von dort auch Ihre Stadtführung mit mir buchen. Sehen Sie sich ganz in Ruhe mein Angebot an Stadtführungen an und scheuen Sie sich auch nicht davor, mich auf spezielle Themen anzusprechen - ganz auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie auf der Suche nach einer Kinder-Führung sind, einen Betriebsausflug planen, die Stadt mit Ihren Schülern oder Studenten näher kennenlernen möchten, oder ganz einfach nur einen lustigen oder auch spannenden Spaziergang der anderen Art erleben wollen. Sicher habe ich auch für Sie eine passende Führung dabei.

Natürlich werde ich weiterhin hier auf meinem Blog spannende Geschichten, Sagen und Legenden aus  Köln erzählen und Ihnen vom neuesten Klatsch und Tratsch berichten.

Ich hoffe, dass Ihnen meine neue Internetpräsenz genau so gut gefallen wird wie mir. Ich war selbst überrascht, wie schnell die Umgestaltung gelaufen ist. Die Firma ‘Beaux Arts Solutions’ hat wirklich ganze Arbeit geleistet. In weniger als einer Woche war die neue Seite gestaltet und im Internet. Dafür nochmal ein dickes Lob und großes Dankeschön.

Ich wünsche Ihnen allen viel Freude mit meiner neuen Homepage und hoffe, Sie bald zu einer meiner Stadtführungen begrüßen zu dürfen.

In diesem Sinne: “mer süht sech!”

Ihr Stadtstreicher, Dr. Helmut Meyer
“Danke, ich möch ston, ich möch noch waaßse.”

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